
Steigerwaldstadion (Foto: Krug)
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[31.05.2005]
Ein Großereignis steht vor der Tür. Erfurt wird vom 14. bis 17. Juli im Steigerwaldstadion Gastgeber der
Europameisterschaft U23 sein. Als diese Entscheidung im Februar 2003 vom Council des Europäischen
Leichtathletik-Verbandes (EAA) in Leipzig getroffen wurde, reagierten die Verantwortlichen sofort und
planten den Umbau der Stadionbahn zu einer Wettkampfstätte, die modernsten Anforderungen entspricht und
somit auch würdig ist, internationale Meisterschaften auszurichten.
Getragen wird die etwa 1,5 Millionen Euro teure Baumaßnahme mit Fördermitteln vom Bundesinnenministerium und
Freistaat Thüringen.
Seit diesem Beschluss ist im Stadionoval viel passiert. Nach dem DLV-Meeting im Juni 2004 wurde mit den
Abrissarbeiten begonnen. Den Platz, den die alte Kunststoffbahn einnahm, hat man zunächst mit einer
Asphaltschicht ersetzt, die über den Winter die grüne Spielwiese des FC Rot- Weiß Erfurt in der 2.
Fußball-Bundesliga einrahmte.
Geduld für rechte Temperatur
In dieser Zeit stand das Projekt Laufbahnerneuerung einige Zeit still. Geduld war gefragt, denn das Warten auf
konstante Temperaturen um 10 Grad begann. Nur unter diesen Vorausssetzungen konnte der Kunststoffbelag auf den
Asphalt aufgetragen werden.
Seit Ende April muss die Firma Regupol aus Nordrhein-Westfalen, die unter anderem auch dem Berliner
Olympiastadion seine blaue Laufbahn schenkte, Tag für Tag auf's Neue entscheiden, ob die Witterung es zulässt,
die Arbeiten fortzusetzen.
Autoreifen für schnelle Laufbahn
In den Bad Berleburger Schaumstoffwerken wurde die zehn Zentimeter dicke Gummi-Polyurethan-Bahn, die die
Asphaltschicht bedeckt, vorgefertigt. Danach verlegte man im Steigerwaldstadion eine Fläche von etwa 7.000
Quadratmetern mit einer aus alten Autoreifen gefertigten Matte. Was dann folgte, war echte Handarbeit. Denn
das rote Granulat wurde Stück für Stück gleichmäßig mit Schaufeln ausgebreitet.
Das neu verlegte Material garantiert minimalen Kraftabbau, Athleten können also nahezu einhundert Prozent ihrer
Kraft in Schnelligkeit umsetzen.
Die letzte Bahnmarkierung
Die erste Möglichkeit zu beweisen, wie schnell die neue Bahn ist, sollten Thüringens Leichtathleten eigentlich
schon bei ihren Landesmeisterschaften am 11. und 12. Juni bekommen. Doch dieser Termin kann nicht gehalten
werden, der Belag braucht noch einige Zeit zum Aushärten.
Die blaue Laufbahn des Berliner Olympiastadions konnte einen Tag vor seiner Eröffnung fertig gestellt werden.
Auch im Erfurter Steigerwaldstadion wird die letzte Bahnmarkierung rechtzeitig angebracht sein, um Europas
besten Leichtathleten Mitte Juli hervorragende Wettkämpfe und schnelle Zeiten zu ermöglichen.
(jk)
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