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Im Jahre 742 gründete der Missionsbischof Bonifatius unweit der "Erphesfurt",
so wurde in frühem Mittelalter die Furt durch den Erphe-Fluss genannt, ein Bistum. Damit taucht der
Name Erfurt erstmalig auf.
Seit alters her kreuzen sich hier wichtige Handels- und Heerstrassen: von West nach Ost die Via Regia
(von Paris nach Nowgorod) und von Nord nach Süd, die Verbindungen zwischen Norddeutschland, Baltikum und
Italien. Dadurch wuchs Erfurt im Mittelalter zu einer mächtigen Handels- und Universitätsstadt heran.
Im Mittelalter war Waid, die Blaufärbepflanze, die Quelle des Reichtums und machte die Region zu einer
der reichsten in Mitteleuropa.
Der mittelalterliche Stadtkern mit der Krämerbrücke, Europas längster mit Häusern bebauter
Brückenstrasse (120 m), das Kirchenensemble von Mariendom und St. Severi, die prächtigen Waidhöfe und
Bürgerhäuser wo wie die über 600 Jahre alte Erfurter Universität sind Zeugen dieser Blütezeit und
gehören heute zu einem der größten denkmalgeschützten Altstadtkerne Deutschlands.
Im 17. Jh. wurde Erfurts weiterer wirtschaftlicher Aufschwung durch den Gartenbau begründet und die
Stadt hat sich bis heute als Blumenstadt von deutscher und europäischer Bedeutung entwickelt.
Als wirtschaftliches, geistiges, kulturelles und politisches Zentrum Thüringens zog es in wechselvoller
Geschichte viele weitere große Persönlichkeiten nach Erfurt.
Erfurt wurde für den jungen Luther zur geistigen Heimat.
1505 erlangte er an der Universität die Magisterwürde der philosophischen Fakultät. Den
Überlieferungen nach soll ein schweres Unwetter unweit von Erfurt den Anstoß dafür gegeben haben,
dass er zum Dank für sein Überleben 1505 in das Augustinerkloster eintrat und Mönch wurde.
Er weilte hier bis 1511. Im Dom wurde Martin Luther zum Priester geweiht. Auch als er Erfurt
verlassen hatte, kam er immer wieder in die Stadt und predigte hier vor einer begeisterten Menge -
z.B. in der Universitätskirche (Michaeliskirche). Im Hauptgebäude von Erfurts alter Universität,
dem "Collegium maius", das sich im Wiederaufbau befindet, wurde Luther vor über 500 Jahren immatrikuliert.
Alljährlich am 10. November zum "Martinsfest" auf dem Domplatz feiert Erfurt Luthers Geburtstag
und gedenkt gleichzeitig des Heiligen Martin.
Johann Sebastian Bach
Mit dem 1685 in Eisenach geborenen Johann Sebastian Bach erfuhr die Landschaft Thüringens eine
grandiose bis in die Gegenwart unübertroffene Bereicherung.
Wovon jedes Jahr im März und April die Thüringer Bachwochen ein beredtes musikalisches Zeugnis
ablegen.
Johann Sebastian Bachs Verwandte bestimmten als "die Bache" das Musikleben der Stadt Erfurt.
Sie waren als Stadtmusikanten und Organisten tätig. Spuren sind zu finden: Krämerbrücke, Fischmarkt,
Kürschnergasse oder Junkersand.
Meister Eckhart
Vor 700 Jahren kehrte der bedeutende Theologe, Philosoph und Mystiker Meister Eckhart in seinen
Heimatkonvent Erfurt zurück - im Jahr 2003 ein Anlass für die Stadt Erfurt, dieses Jubiläumsjahr in
würdiger Weise zu begehen.
Johann Wolfgang von Goethe
Spuren seines vielfältigen Schaffens lassen sich in Erfurt, unweit von Weimar, mühelos finden, wie
es mehrere Hausbeschriftungen beweisen.
Johann Wolfgang von Goethe reiste regelmäßig dienstlich als auch privat gern nach Erfurt und es gefiel
ihm so gut, dass er die Stadt als "thüringisches Rom" bezeichnete.
Adam Riese
Der bekannte deutsche Rechenmeister wirkte von 1518 bis 1522/23 in Erfurt. Er wohnte in der
Drachengasse, nur wenige Meter entfernt vom Hauptgebäude der Erfurter Universität, dem Collegium maius.
Die Erfurter Jahre von Adam Riese sind die wissenschaftlich fruchtbarste Zeit seines Lebens.
Christian Reichart
wurde am 4. Juli 1685 in Erfurt (im Haus "Zum LohFinken", Mühlgasse - Ecke Bahnhofstraße) geboren.
Er führte den Gartenbau in Erfurt bald zu einer Intensität und Blüte, die Erfurt als Gartenbau- oder
Blumenstadt europaweit zu einem guten Ruf verhalf. Die Erfurter Gärtner setzten ihrem großen Vorbild
1867 ein Denkmal. Heute steht es neben der Pförtchenbrücke nahe des Luisenparks, unweit der
Wirkungsstätte Christian Reicharts. Das fortschrittliche wissenschaftliche und praktische Erbe,
das Reichart nach seinem Tode 1775 als sein Vermächtnis hinterließ, war vielfach Grundlage des
Handelns nachfolgender Gärtnergenerationen.
Bonifatius
Auf Bonifatius geht die erste urkundliche Erwähnung von Erfurt als " Erphesfurt" im Jahr 742 zurück
- in einem Brief an Papst Zacharias, in dem er um Bestätigung des Bischofssitzes in Erfurt bittet.
Der Veranstaltungsschwerpunkt "Wege zu Bonifatius" würdigt 2004 zum 1250. Todestag die Bedeutung des
Missionars.
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