
Andreas Freimanns (Foto: Gantenberg)
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[15.07.2005]
Andreas Freimann läuft nach Hause oder besser zu Hause. Ein Start bei der Europameisterschaft U23 vor der eigenen Haustür steht
fest auf dem Plan des Mittelstreckentalents. Wie der sympathische 800-Meter-Läufer vom LC ThüringenGas Erfurt die Zeit als Lokalmatador
erlebt, erzählt er auf leichtathletik.de und nimmt uns so mit auf seinen Weg nach Hause.
Hallo liebe Freunde,
das war ein Rennen! Diesem Moment habe ich so lange entgegengefiebert und nun stehe ich tatsächlich im Endlauf und das mit
der zweitschnellsten Vorlaufzeit. Aber morgen werden im Finale die Karten neu gemischt, alles ist wieder offen.
Große Vorfreude
Auch wenn ich erst relativ spät dran war, ging der Tag für mich schon sehr früh los. Wie vor jedem Wettkampf, machte ich auch
gestern ein kurzes Auftakttraining, einfach nur, um ein wenig in Tritt zu kommen. Als ich am Nachmittag ins Stadion kam, war ich
beeindruckt wie schön unser „neues“ Stadion aussieht, wenn auch noch Leben darin ist.
Unzählige fleißige Helfer wuselten im Innenraum herum und Party-Rhytmen aus den Lautsprechern verbreiteten gute Laune unter den
Zuschauern, die auch schon am ersten Tag für meisterschaftliche Stimmung sorgten.
Aus Freude wird Nervosität
So langsam wurde ich doch ein wenig kribbelig. Vorher hätte ich nie gedacht, dass ich übermäßig aufgeregt sein würde. Aber das
Gefühl zu haben, dass ein Großteil der Zuschauer nur auf meinen Lauf wartet, um mich anzufeuern, ist für mich auch eine ganz
neue Erfahrung.
„Andreas“, sagte ich zu mir, „dieses Gefühl willst Du unbedingt wieder haben!“ Dafür musste ich in den Endlauf, dafür musste ich
mindestens Zweiter in meinem Lauf werden.
Minimalziel erfüllt!
Die Taktik war ganz klar. Die erste Runde ordnete ich mich im Mittelfeld ein und dann ließ ich auf der Zielgeraden so viele wie
möglich hinter mir. Sie ging auf, Minimalziel erfüllt! Was morgen noch kommt, ist Zugabe. Aber ich werde um jede Hundertstelsekunde
kämpfen und versuchen, mich bei dieser Europameisterschaft U23 gut zu verkaufen. Der erste Schritt dafür ist gemacht.

Andreas Freimann im Vorlauf bei der U23-EM in Erfurt
(Foto: Gantenberg)
Den heutigen Tag werde ich ganz entspannt angehen. Mit Christoph Moormann, für den es leider nicht mehr für eine Nominierung
gereicht hat, werde ich am Vormittag meine Mannschaftskollegen im Stadion anfeuern und das Meisterschaftsflair in meiner
Heimatstadt genießen. Heute Abend, wenn es nicht mehr so heiß ist, steht noch ein lockeres Läufchen auf dem Plan. Dann heißt
es wieder in mich gehen und volle Konzentration auf den Endlauf. Denn nach dem Rennen ist vor dem Rennen.
Bis Montag, Euer Andy!
(af)
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