
Sebastian Ernst (Foto: Kiefner)
|
[15.07.2005]
„Das war wie ein Befreiungslauf“, sagte ein erleichterter Sebastian Ernst nach seinem Vorlaufsieg über 200 Meter bei der
Europameisterschaft U23 in Erfurt am Freitagabend. In 20,54 Sekunden unterbot der Schalker die geforderte WM-Norm für Helsinki
um fünf Hundertstel und kann nun auf eine Nachnominierung hoffen.
„Ich wollte zeigen, wo ich stehe“, stellte er nach seinem beherzten Lauf fest. Gründe, warum er erst jetzt so richtig in die
Saison gefunden hat, konnte er nicht ausmachen: „Ich war zuvor nicht verletzt, nicht krank. Wir haben keine Erklärung dafür
gefunden.“ Zumindest waren aber jetzt die leichten Beugerprobleme, die ihn bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid
Anfang Juli noch von der Endlaufteilnahme abhielten, auskuriert.
Sebastian Ernst (Foto: Kiefner)
Auch Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) konnte seinen Vorlauf gewinnen. In 20,76 Sekunden fehlte bei ihm aber die letzte
Aggressivität und auch die Möglichkeit der Orientierung, nachdem er auf der Außenbahn gelandet war. „Es war alles ein bisschen
seltsam“, sagte er nach dem Rennen, „Ich habe aber auf alle Fälle Körner gespart für das Finale.“
Till Helmke (Foto: Kiefner)
Deutscher Doppelsieg?
Die deutschen Chancen dort stehen jedenfalls für die beiden Sprinter bestens. Sebastian Ernst lief die schnellste Zeit aller
Vorläufe, Till Helmke die drittflotteste. Nur der Franzose David Alerte schob sich in 20,69 Sekunden dazwischen. „Die Karten
werden dann neu gemischt“, erklärte Sebastian Ernst. Till Helmke lieferte zumindest eine Kampfansage: „Vielleicht gibt es ja
einen deutschen Doppelsieg.“
Dass dort dann auch ein Staffelplatz für die Weltmeisterschaft im direkten Duell ausgelaufen wird, wollen beide nicht so recht
an sich heranlassen. „Mit dieser Ausscheidung dürfen wir uns nicht beschäftigen“, stellte Till Helmke fest.
(fc)
|